Geschichte & Geschichten

500 Jahre Freyheyt

2020-1017: HBNOK (me)

Im Oktober 1520 veröffentlichte Martin Luther die Denkschrift «Von der Freyheyt eyniß Christen menschen» und brachte damit den in Aachen frisch gekrönten Kaiser Karl V, Herrscher des Heiligen Römischen Reiches und Hüter des Glaubens in Bedrängnis (auch wenn der Habsburger das anfänglich nicht ernst nahm). Luther wurde ein Jahr später auf dem Reichstag von Worms mit der Reichsacht belegt, erster Akt bei der Glaubensspaltung des Reiches.

Nachdem Luther bereits drei Jahre zuvor mit seinen 95 Thesen gegen den Missbrauch des Ablasses, insbesondere gegen den Ablasshandel, aneckte, verschärfte sich danach die Situation und die päpstlichen Behörden drohten mit dem Bann – damals eine durchaus existenzbedrohende Strafe. Luthers dritte Denkschrift (von der Freyheyt (sic)) kann so als Reaktion darauf verstanden werden.

 

Da Luther mit seiner Kritik an der maroden Situation der Kirche nicht alleine stand und die Reformation bereits einige Jahre vorher begonnen hatte, hatte er Helfer, so dass er den kirchlichen Behörden nicht schutzlos ausgeliefert war. Zudem war dank dem Buchdruck eine relativ schnelle Verbreitung von Ideen möglich, so dass sich neue Ideen nicht einfach vernichten ließen.

 

Bei dieser Denkschrift, bestehend aus 30 Thesen zum christlichen Glauben, handelt sich um ein akademisches Werk, gerichtet an den Papst und ein theologisches Fachpublikum. Es geht um das Verhältnis zwischen Mensch und Gott und die Anstiftung zu einer inneren Haltung für das Handeln, also eine Hinwendung vom äußeren zum inneren Menschen.

Wie schon in den 95 Thesen von Wittenberg, lehnte er die die damalige kirchliche Praxis ab, die Sünde durch Kauf eines Ablassbriefes zu überwinden, bzw. noch weiter und allgemeiner gefasst, ein christliches Leben führen zu können, in dem man den überlieferten Vorschriften und Bräuchen folgt, etwa Anbetung von Heiligen, oder dem Ableisten von Beichtauflagen. Er berief sich dabei sehr fundamental auf die biblischen Quellen.

Luther erkannte diese in dieser Praxis eine Quelle für ein permanent schlechtes Gewissen des fehlbaren Menschen, wegen der Unfähigkeit die Gebote einhalten zu können und damit der ständigen Angst vor Verdammnis. Martin Luther vertrat vielmehr die Auffassung, dass wir alleine durch den Glauben („allein aus Glauben“) und so durch die die Gnade Gottes errettet werden.

Gemeint ist also die „Befreiung“ von der lähmenden Angst, um so freudig die volle „Freiheit“ des Glaubens genießen zu können. In dieser Gewissheit und Geborgenheit kann der Christ auch christlich wirken und vieles besser machen.

 

Diese Änderung der Betrachtung, von einem angstbesetzten, negativen Weltbild, hin zu einem zuversichtlich, positiven, hat das gesamte Weltbild verändert, hin zu einer Welt, die heute als neuzeitlich bezeichnet wird. Neben der Freiheit des Glaubens hat sich auch die weltliche Ordnung, hin zu persönlicher Freiheit geändert, auch wenn Luther die Tragweite vielleicht gar nicht so bewusst gewesen war und er das auch nicht so gemeint haben mag. Man kann dennoch getrost sagen, dass diese Denkschrift die Welt verändert hat und sie daher sicher ähnlich erinnerungswürdig ist, wie der Anschlag der berühmten 95 Thesen.

Aber vielleicht stellt sich heute die Frage: wäre uns so ein Fundamentalist nicht suspekt? Doch Luther hatte immer die Menschen im Auge. So wetterte er gegen die „lieblose Freiheit“ und verwies darauf, dass die Freiheit einen geschwisterlichen Nutzen haben sollte. Heute würde man formulieren: Unsere Freiheit findet erst ihren Sinn in der Freiheit des anderen.

Eine Verpflichtung für alle evangelische Christen. Ecclesia semper reformanda – Kirche ist immer zu reformieren.

 

Der Text kann hier nachgelesen werden:

https://www.luther2017.de/de/martin-luther/texte-quellen/lutherschrift-von-der-freiheit-eines-christenmenschen/

Von der Heftricher Pfarrfrau bis zur Heftricher Pietà

Sicherlich werden wir an dieser Stelle Geschichten von früher und heute aus Bermbach und Heftrich ergänzen.

 

Im Moment gibt es folgende Artikel über die Heftricher Geschichte.

 

 

Pfarrer früherer Jahrhunderte

1234              Pfarrer Kuno von Reifenberg

 

1647-1687    Pfarrer Johannes Wicht (Ehemann der „Pfarrfrau von Heftrich“ Cäcilie Zeitlose Wicht, die in den Idsteiner Hexenprozessen als Hexe verurteilt worden war und getötet wurde.)

 

1676-1687     Pfarrer Andreas Wicht

 

1717-1740     Pfarrer Georg Henrich Molitor

1803(?)-1810 Pfarrer Roederer

 

Im Jahr 1817 war Willhelm Matthias Köllner Pfarrer in Heftrich (leider haben wir keine Information von wann bis wann). Er war deshalb interessant, weil er in dem Jahr Mitglied der Gründungssynode der Nassauischen Union in Idstein war. Geboren wurde er in Eisenach (1760) und er starb 1835 (steht so in den Akten) imSchwarzwald; er war mit Charlotte Christiane Krauss (Köllnerin) verheiratet, gestorben im April 1817 in Heftrich.

 

?-1849            Pfarrer Kämper

 

 

Die Pfarrer/innen der letzten Jahre:

 

1945-1946 Pfarrer Dr. Rudolf Köhler (+1946)

Pfarrer Hesselmann

1951-1958  Pfarrer Paul Henche

1958-1967  Pfarrer Volkert Blödorn

1967-1968  Pfarrer Christoph Hickel

1970-1974  Pfarrer Bernd Wangerin

1975-1983  Pfarrer Friedrich Wilhelm Siebert 

1984-1988  Pfarrerin Marie-Luise Hagel

1989-1996  Pfarrer Klaus-Gunther Wesseling 

1989-2004  Pfarrerin Cornelia Wesseling 

2006-2018  Pfarrer Markus Eisele

 

Während der Vakanzen wirkten die Pfarrer:

Pfarrer Karlfried Goebel

Pfarrer Wilhelm Adler

Pfarrer Eckart Seifert

Pfarrdiakon Günter Meinhardt

Pfarrer Ralf Wolter

Pfarrer Axel Mette

50 Jahre Kirchengemeinde Bermbach

Am Sonntag, 25. Juni 2017 haben wir mit einem Festgottesdienst50 Jahre Kirchengemeinde Bermbach und 40 Jahre Seniorenclub Bermbach gefeiert. Es sangen der evangelische Kinder- und Jugendchor und der Männergesangsverein Bermbach.

Wollen Sie auch zu dieser starken Gemeinschaft der Kirche gehören? Dann freuen wir uns von Ihnen zu hören! Wir nehmen uns Zeit, hören zu, beantworten Ihre Fragen und begrüßen Sie auch gerne als neues Kirchenmitglied in unserer Gemeinde!

Die Festschrift zum Jubiläum

Die Festschrift zum Herunterladen
50 Jahre Kirchengemeinde Bermbach und 40 Jahre Seniorenclub Bermbach - vieles zur Geschichte, den Gruppen und Aktivitäten!
Festschrift KG Bermbach reduziert.pdf
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Seit annähernd 2000 Jahren richten Christinnen und Christen ihr Leben an Jesus Christus aus. Seit vielen Jahrhunderten gibt es eine christliche Gemeinde in Bermbach, die bis 1967 der Kirchengemeinde Heftrich zugehörig war. Seitdem ist die Kirchengemeinde Bermbach eigenständig. Mit Gottesdiensten, einer Vielzahl von Angeboten und Veranstaltungen sowie mit Gruppen geben wir dem christlichen Glauben eine Heimat vor Ort.

 

 

Wir sind überzeugt davon, dass Geist, Körper und Seele gleich wichtig sind! Deswegen wollen wir mit unseren Angeboten die christlichen Werte, den Glauben an Jesus, und die Fähigkeit zur Lebensfreude weitergeben! Wir wollen dazu beitragen, dass Menschen sich verantwortungsvoll für Andere und das Gute in unserer Welt einsetzen. Wir möchten ein Ort für Menschen jeden Alters sein, an dem man Gottes Nähe erfahren und seine Begleitung in Gemeinschaft erleben kann. Hier haben Sie die Chance hat, Ihre Seele zu entdecken und sich mit den bedeutenden Fragen des Lebens und des Glaubens auseinanderzusetzen. Wir sind dankbar für alle, die mit uns den Glauben leben und für ein gutes Zusammenleben in unserer Welt einstehen möchten.


Auszug aus der "Festschrift zum 250jährigen Bestehen der evangelischen Pfarrkirche in Heftrich"
Seiten 28 bis 41: "Versuch, eine Kirchengeschichte Heftrichs zu skizzieren" (von Klaus-Gunther Wesseling)

Die Festschrift wurde im September 1989 herausgegeben von Klaus-Gunther Wesseling, in Verbindung mit Gerd H. Boettger, Hubert Schüring und Rudolf Schwartz
Festschrift-250-Jahre-Heftricher-Kirche.
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Auszug aus der "Festschrift zum 250jährigen Bestehen der evangelischen Pfarrkirche in Heftrich"
Seiten 42 bis 45: "Kurzfassung einer Chronik der Evang. Kirchengemeinde Bermbach" (zusammengestellt und vorgetragen anläßlich der Visitation im September 1984 durch Josef Kopp)

Die Festschrift wurde im September 1989 herausgegeben von Klaus-Gunther Wesseling, in Verbindung mit Gerd H. Boettger, Hubert Schüring und Rudolf Schwartz
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