Reformation: Das sagen die Leute...

Reformation - was bleibt!?

Was fällt Ihnen ein, wenn Sie den Begriff „Reformation“ hören? Vielen kommt sicherlich Martin Luther in den Sinn und die Ereignisse ab 1517, die zum Entstehen der evangelischen Kirche geführt haben. Ereignisse, die schon lange zurückliegen und die dennoch unsere Kultur, unser Denken und unser Erleben nachhaltig geprägt haben. Wir haben deswegen einmal herumgefragt, was für Menschen in unseren Gemeinden zu den entscheidenden Dingen der Reformation gehört, die bis heute wirksam und bedeutsam sind.

 

Für manche gehört zu den Errungenschaften der Reformation, dass unsere Vorfahren damit erstmals die Bibel in der eigenen Sprache lesen konnten und damit die Möglichkeiten hatten, die Wahrheit der Bibel selbst wahrzunehmen. Dazu gehörte auch, dass man sich neu an der Botschaft Jesu ausgerichtet hat, wie sie in den Evangelien steht. Daher haben wir auch den Namen “evangelisch”.

 

Anderen waren wichtig, dass scheinbar unumstößliche Wahrheiten in Frage gestellt wurden und Neues entdeckt und zugelassen wurde. Zu bestimmten Strömungen des Protestantismus gehören seitdem durchaus ein kritisches Verhältnis zu Autoritäten und die Auflehnung gegen verordnete Unterdrückung des eigenen Gewissens.

 

Andere empfanden die Befreiung von der herrschenden Gottes- und Höllenfurcht der damaligen Zeit als einen bleibenden Verdienst der Reformation. Die Entdeckung des liebenden, vergebenden und gnädigen Gottes hat Menschen zum Glauben befreit und kann es auch heute noch.

 

Manchen war die neu entstandene Offenheit und Freiheit der evangelischen Kirche wichtig. Da der Glaube keiner Vermittlung mehr bedurfte zwischen Gott und dem einzelnen Gläubigen - nicht durch die Kirchenhierarchie noch eine himmlische Heiligenhierarchie - war eine direkte Beziehung zwischen Gott und den Menschen ermöglicht. Daraus entstand eine große, selbstverantwortete Freiheit des Glaubens und Tuns.

 

Schließlich gab es einige, denen war wichtig, dass neben der Lehre auch Organisationsstrukturen der Kirche auf den Prüfstand kamen und nunmehr anhand der Heiligen Schrift geprüft wurden. Das ist ein Vermächtnis der Reformation, dessen wir uns auch heute immer wieder bewusst werden müssen. Wo sind kirchliche und gemeindliche Strukturen der Verkündigung der Frohen Botschaft von Gottes Herrschaft dienlich und wo sind sie hinderlich?