Vikarin Antonia von Vieregge

Guten Tag,

 

Neustart, das Thema dieses Gemeindebriefes, ist im Moment auch mein Lebensthema.

 

Ich heiße Antonia von Vieregge und bin seit
1. Februar 2016 hier Vikarin. 22 Monate werde ich hier in Heftrich, Bermbach, Nieder-Oberrod und Kröftel angeleitet durch Pfarrer Markus Eisele lernen, wie das geht, Pfarrersein.
Den Anfang macht ein Praktikum in der Alteburgschule Heftrich. Das Kollegium, vor allem meine Mentorin Frau Christ, hat sich dankenswerterweise bereit erklärt mich heranzuführen an die pädagogische Aufgabe. Danach werde ich nach und nach in die einzelnen Aspekte von Gemeindearbeit eingeführt.

 

Zwischendurch wird es immer wieder zum Blockunterricht nach Herborn ans Theologische Seminar gehen, dort reflektiere ich das Erlebte und vermehre mein Theoriewissen, gemeinsam mit meinem Vikariatskurs. 22 spannende Monate warten also auf mich, in denen es viel zu lernen gibt. Mit Ihrer Hilfe gehe ich einen Schritt weiter auf einem Weg, der schon lange begonnen hat.


Schon als ich klein war, wollte ich gerne Pfarrerin werden oder Archäologin oder Forscherin oder….


Aber diese Idee der Pfarrerin ließ mich nicht mehr los. Sicher auch, weil ich in der Andreasgemeinde Niederhöchstadt, meiner Heimatgemeinde, in jedem Alter immer wieder neu Menschen und Angebote erlebt, die mein Interesse für Gott und Kirche genährt haben.

Schon seit Anfang Januar lebe ich mit meinem Mann und meiner kleinen Tochter in Bermbach. Danke an alle, die uns hier schon freundlich willkommen geheißen haben, besonders an Pfarrer Markus Eisele, dessen Einsatz uns das Einleben erleichtert hat. Leben an einem kleinen Ort ist für uns neu und doch auch irgendwie bekannt. Zuletzt lebten wir städtisch in Darmstadt, aber aufgewachsen bin ich in einem kleinen Ort im Speckgürtel Frankfurts und im Gymnasium war ich ganz in der Nähe, in Königstein. Die 11. Klasse jedoch verbrachte ich in der Ferne, bei einem Schüleraustausch in Ecuador.


Nach dem Abitur ging ich zu einem kurzen Freiwilligendienst nach Südafrika in einem Kinderheim. Studiert habe ich in Mainz, Greifswald, Heidelberg und ganz kurz auch in Tübingen, um dann für meine Examensarbeit zum Thema »Diakonie und Mission im Spannungsfeld« wieder zurück nach Südafrika zu reisen.


In jedem Ort meines Studiums hat mich etwas Anderes besonders fasziniert. In Mainz war es das Wissenschaftliche des Studiums und vor allem das Erlernen der alten Sprachen, das mein Interesse geweckt hat. In Greifswald dagegen war es die praktische Arbeit mit Jugendlichen aus einem Plattenviertel und die Kraft des Gebets, die ich in dieser Arbeit erlebt habe. Aus Heidelberg habe ich neue Freude an Musik mitgenommen, dort hat mich der Chor der Studentengemeinde sehr geprägt. In Tübingen wurde meine Freude an Büchern neu befeuert. Während meiner Examensarbeit in Südafrika hat mich die Entschiedenheit meiner Gesprächspartner zu helfen, wo sie gebraucht werden und sich frei zu machen von der Angst um ihr eigenes Wohl, aufmerken lassen.


Die Begegnung mit dem, was mir neu und fremd ist, finde ich besonders spannend, daher freue ich mich in einer Gegend und einer Gemeinde gelandet zu sein, in der es für mich viele Traditionen und Ideen zu entdecken gibt.


Neben dem Studium, das mir einen neuen Horizont eröffnet hat, habe ich immer wieder von Gemeinden und einzelnen Menschen an den Studienorten viel gelernt, daher bin ich besonders gespannt auf die Begegnungen mit Ihnen.

 

Es grüßt Sie

Antonia von Vieregge

„Pfarrerin wollte ich immer werden“

Antonia von Vieregge ist in Heftrich und Bermbach als Vikarin unterwegs

Die Idsteiner Zeitung berichtet am 4. Mai über unsere Vikarin:

 

"Seit Ende vergangenen Jahres ist sie schon da. Die Evangelische Kirchengemeinde hat seit dem 1. Februar 2016 eine neue Vikarin: Antonia von Vieregge lebt mit ihrem Mann und ihrer kleinen Tochter seit Dezember in Bermbach. „Ich freue mich auf die Begegnungen mit den Menschen, da lerne ich ganz viel“, sprudelt es aus ihr heraus.

 

Derzeit begleitet sie die Klasse 3a in der Alteburgschule. Nicht nur im Religionsunterricht. „Das ist unheimlich spannend“, sagt sie begeistert. Die Kinder können so viel und seien „tiefe Persönlichkeiten“. Da sie als Familie „nur“ ein Auto haben, ist Antonia von Vieregge auf den öffentlichen Nahverkehr angewiesen. Die Erfahrungen, die sie damit auf dem Land macht, sieht sie ganz pragmatisch: So weiß sie, wie sich Schüler und ältere Menschen fühlen. Und wie es ist, in einem Ort wie Bermbach zu leben."

 

Den ganzen Zeitungsartikel in der Idsteiner Zeitung nachlesen.