Pfingsten - Welcher Geist weht denn hier?

"Heiliger Geist" - für viele ist das wohl die abstrakteste Gottesvorstellung des Christentums; tatsächlich aber ist es die handfesteste und konkreteste.

 

Denn Gott erkennen wir in seiner Schöpfung, von Christus hören wir in überlieferten Geschichten. "Geist" aber beschreibt die Weise, in der Gott uns in der Gegenwart begegnet: im Blick eines Menschen, einem Lied, einem Buch ... Es gibt vielerlei spürbare Impulse von Gott. Doch wenn wir versuchen, sie festzuhalten, zerrinnt uns das ursprünglich lebendige Gefühl zwischen den Fingern. Der Geist des lebendigen Gottes ist nicht auf Dauer in einer festen Form zu fassen, sondern springt von einem Augenblick zum nächsten in immer neue Gestalten.

 

Alle Bilder, in denen der Geist dargestellt wird, sind daher nur Verweise. Die Taube, das Brausen und die Feuerzungen in der Pfingstgeschichte. All das sind nur Vergleiche. Sie weisen auf die Kraft, die Energie hin, mit der der Geist Menschen ergreift. Gottes Geist erweist sich als die Kraft Gottes. Heilig ist der Geist, weil er uns immer öffnet für das Heile, für die ganze Weite des Lebens. Das heißt aber auch, dass er immer wieder fremd erscheint und uns herausfordert, Vertrautes in unerwarteten Zusammenhängen neu zu entdecken. Gottes Geist stellt unsere Füßen auf weiten Raum, aber solche Freiheit ist auch unbequem.

 

Unsere Gottesdienste an Pfingsten:

 

  • Pfingstsonntag, 10.15 Uhr - Gottesdienst mit Abendmahl, Pfarrkirche Heftrich (Langgasse 25, Heftrich)
  • Pfingstsonntag, 18 Uhr - Spätschicht-Gottesdienst mit Abendmahl, Kirche Bermbach (An den Gärten 2, Waldems-Bermbach)
  • Pfingstmontag, 10.15 Uhr - Gottesdienst mit Abendmahl, Kirche Bermbach (An den Gärten 2, Waldems-Bermbach)

Konfirmation am 20. Mai

(c) Studio Leidner Idstein

Am 20. Mai haben die evangelischen Kirchengemeinden Heftrich und Bermbach Konfirmation gefeiert. Konfirmiert wurden aus Heftrich Johannes Arnemann, Shalin Diels, Sara Eisele, Ann-Kathrin Ernst, Ramona Hunsicker, Louisa Kaltwasser, Luca Lehmann, Marco Lerch, Felix Nadler und Simon Scheurer.

 

Die Bermbacher Konfirmanden waren Dennis Feix, Samira Flemming, Elena Kessler, Mareike Kilb, Paul, Klein, Rene Kübast, Svenja Ries, Clara Schenk und Vanessa Wambui. Aus Esch wurden Laura Hoffmann und Michaela Martin konfirmiert.

n'Joy gab alles - Gospel, Jazz und Pop in voller Heftricher Kirche

Singen macht glücklich. Und dieses Glück ist ansteckend. Den Beweis haben die etwa 60 Sängerinnen und Sänger des Chores “’n Joy” aus Bad Honnef am Samstag, 21. April, in Heftrich geliefert.

 

In der vollen Heftricher Kirche sprang der Funke schnell über. Die Besucherinnen und Besucher wurden zum Mitsingen animiert und klatschten begeistert im Rhythmus der  Gospels, Spirituals, Pop- und Musical-Highlights. Nach etliche Zugaben gingen die Besucher beschwingt und guter Laune nach Hause. Alle waren sich einig: Auf der nächsten Tournee sollte “’n Joy” wieder einen Halt in Heftrich einplanen.

Vortrag "Hexenverfolgung - Mythos und Wirklichkeit" am 9.2.

Theresa Mohr, Heftricherin und Studentin der Geschichtswissenschaft in Zürich, hat am Donnerstag, 9. Februar, einen Vortrag über "Hexenverfolgung - Mythos und Wahrheit" halten. Darin hat sie die Grundzüge der europäischen Hexenverfolgung anhand von populären Vorurteilen und Falschaussagen erläutert.

 

Im vollbesetzten Heftricher Gemeindehaus wurde den Besucherinnen und Besuchern der Veranstaltung schnell klar, dass man selbst viele "Vor"-Urteile bezüglich der Verfolgung von Menschen in der Zeit der Hexenverfolgung hat. Weit verbreitet ist - so Theresa Mohr - die Meinung, die Hexenverfolgung sei vor allem von der Kirche ausgegangen, die Landesherren hätten die Verfolgung aus Macht- oder Wirtschaftsinteressen vorangetrieben oder zumindest gebilligt, die Opfer seien nur Frauen. Ebenso verbreitet ist die Auffassung, dass die Hexenverfolgung im "finsteren Mittelalter" stattgefunden habe und fast 9 Millionen Menschen dadurch zu Tode gekommen seien.

 

Theresa Mohr hob dagegen hervor, dass es keine monokausale Erklärung geben könne. Richtig sei, dass vielerorts Vertreter der Kirchen und Landesherren einen bedeutenden Anteil an den Hexenprozessen gehabt hätten. Allerdings gebe es auch deutliche Gegenbeispiele, wo Kirchenvertreter und Landesherren einer Verfolgung widerstanden hätten. Dabei seien häufig auch wirtschaftliche Interessen im Spiel gewesen, allerdings gebe es auch viele Beispiele, an denen deutlich werde, dass die Betreiber der Hexenverfolgung sogar wirtschaftliche Nachteile in Kauf nahmen.

 

Die alleinige Schuld für die Hexenverfolgung habe nicht bei der Kirche gelegen, so Mohr. Die europäische Hexenverfolgung habe zwar aus einem Bündel verschiedenster Faktoren resultiert. Die Kirche habe jedoch eine nicht unwesentliche Rolle gespielt: So seien es Theologen gewesen, die das "Hexereiverbrechen" sozusagen wissenschaftlich aufarbeiteten und so Volksmagie in einen religiösen Kontext einbetteten. Gerade die Idee einer "Hexensekte" sei mit Sicherheit sehr entscheidend für das Ausmaß der europäischen Hexenverfolgung gewesen und gehe auf kirchliche Vertreter zurück.


Man dürfe aber nicht vergessen, dass auch Theologen Kritik an den Hexenverfolgungen übten (z.B. Alonso de Salazar Frías oder Friedrich Spee).

Magie sei schon lange vor den Hexenprozessen verfolgt worden. So sei schon in der Antike Schadenszauber bestraft worden. Neu war in der Frühen Neuzeit allerdings, dass man aus Magie eine Art "Superverbrechen" machte, das angeblich von unzähligen Menschen ausgeübt wurde, was in der Konsequenz eine harte Verfolgung nach sich zog.

 

Wichtig sei, so Theresa Mohr, die damalige Zeit nicht mit heutigen Auffassungen zu beurteilen. Das Wissen und Denken der Menschen in der beginnenden Neuzeit (1450-1750) habe sich grundlegend von unserem unterschieden. Eine anachronistische Betrachtung helfe nicht weiter. Da in Gesellschaft und Wissenschaft der damaligen Zeit praktisch unbestritten war, dass es Magie und Hexerei gab, sei die Gefühlslage der damaligen Bevölkerung auch stark von der Furcht davor geprägt gewesen. Äußere Umstände wie die "kleine Eiszeit", Kriege, Krankheiten und Hungernöte führten ebenfalls dazu, dass man Schuldige gesucht habe. Die Erfindung der Buchpresse mit der Möglichkeit, Meinungen und Informationen in kurzer Zeit große Teile der Bevölkerung zu erreichen, habe auch einen wesentlichen Anteil daran gehabt, dass die Hexenverfolgung ein solches Ausmaß erreicht habe. Europaweit seien nach neuesten Erkenntnissen der Forschung 60.000 Menschen in der Katastrophe der Hexenverfolgung getötet worden. 

 

Bis heute gebe es Hexenverfolgung, so Pfarrer Markus Eisele. So sei zum Beispiel erst jüngst ein Mensch in Saudi-Arabien wegen Hexerei zum Tode verurteilt worden. Zu erkennen, was dazu führe, dass Menschen Mitmenschen verfolgen, das sei das Ziel der Veranstaltungsreihe. Als Kirchengemeinde wolle man sich der Schuld der Kirche stellen und zugleich Verantwortung übernehmen, damit Menschen nicht wegen ihres Denkens, Lebens, ihrer Weltanschauung oder ihres Glaubens verfolgt werden.

 

Weitere Informationen zum Projekt "Gedenken an Cäcilie Zeitlose Wicht und die Opfer der Hexenprozesse in Idstein"

Kindergottesdienst-Tag am 14.1. zur Jahreslosung

Am Samstag, 14. Januar, fanden wieder der Kindergottesdienst-Tag statt - 4 Stunden tolles Programm für alle interessierten 4- bis 10-Jährigen in Heftrich und Bermbach. Diesmal ging es um die Jahreslosung 2012: "Lass dir an meiner Gnade genügen, denn meine Kraft ist in den Schwachen mächtig".

 

Dieses Wort aus einem Paulusbrief war zugleich der Konfirmationsspruch von Margarete Steiff. Nach einer schweren Erkrankung war sie an den Rollstuhl gebunden. Trotzdem besuchte sie die Schule und absolvierte gegen den Willen ihrer Eltern sogar eine Nähschule. Als Erste in Giengen konnte sie sich eine Nähmaschine leisten. Bald musste sie weitere Näherinnen anstellen. Das kleine Geschäft lief gut. Mit dem Weihnachtsfest 1879 kam es in Margaretes Leben zu einem entscheidenden Einschnitt. Sie wollte ihren besten Kundinnen etwas Hübsches zum Fest schenken und nähte einen kleinen Elefanten. Darauf schrieben ihr begeisterte Mütter: "Machen Sie doch mehr von diesen Tieren! Sie haben unseren Kindern so viel Freude damit gemacht!" Ihr "Elefäntle" war ein Kuscheltier geworden. Mit Feuereifer entstanden bald Katzen, Hunde und Pferde und natürlich auch Bären. Bis heute sind Steiff-Tiere bekannt. Und Jesu Versprechen "Meine Kraft ist in der Schwachen mächtig" hat sich für Margarete Steiff ganz anders erfüllt. Sie hat anderen Freude bereitet, traurige Kinder mit ihren Tieren fröhlich gemacht. Margarete führte ein Leben im Vertrauen auf Gott, der seine Kraft in ihrem Leben so mächtig wirken ließ. Und sie wurde nicht enttäuscht.

 

Was lag also näher, als mit den Kinder darüber zu sprechen und mit ihnen kleine Elefanten zu nähen, damit sie diese Geschichte und das Versprechen von Jesus nicht vergessen? Es war ein toller Kindergottesdienst-Tag!! Danke an alle, die geholfen haben!! Insbesondere an die Herzkissen-Damen, die uns mit ihren Nähkünsten geholfen haben.

Foto: Gruppen der Gemeinde Unsere Gemeinde: "Haus der lebendigen Stein"

Was Sie bei uns finden können...

 

  • Sich selbst - und mehr als das
  • Menschen, die Zeit haben - auch für Sie
  • Institutionen, die tatkräftig helfen wollen und können
  • Einen Ort, an dem Sie zur Ruhe kommen und neue Kräfte gewinnen
  • Gemeinschaft, in der Sie singen können
  • Gedanken, die herausfordern - auch Sie
  • Worte, die Mut machen
  • Mut zu leben, zu glauben, zu lieben, zu hoffen - auch über den Tod hinaus
  • Eine Wahrheit, die frei macht und aufrichtet
  • Den Gott, der für Gottlose da ist
  • Die Welt in einem neuen Licht

Finden Sie davon nichts bei uns, dann sagen Sie uns Bescheid ...

Impressionen aus Heftrich und Bermbach

Kirche und Gemeindehaus Bermbach

Blick auf Kirche und Gemeindehaus Bermbach

Evangelische Kirche Heftrich

Blick in die Evangelische Pfarrkirche zu Heftrich.